Back from rehab. Part 1.

Krankenhaus check-in

Krankenhaus check-in mit Givenchy und Bree.

Die einzige Methode, gesund zu bleiben, besteht darin, zu essen, was man nicht mag, zu trinken, was man verabscheut, und zu tun, was man lieber nicht täte.“

Mark Twain

Stylekiddo wäre nicht Stylekiddo, wenn Haferbrei mit frischen Früchten, stilles Wasser und morgentliches Joggen um die Alster zum Standardprogramm des täglichen Lebens gehören würden. Leider. Ich liebe Süßigkeiten, esse zu allem Ketchup und bestelle mir zu jedem 3-Gänge Mahl ´ne Coke Light. Wenn ich in den USA leben würde, würde ich sicher auch mit dem Automatik-SUV zum Zeitungsholen einmal die Auffahrt runter zum Briefkasten fahren. Dass gesunder Lebensstil anders aussieht, ist klar. Aber. Wer gesund ist, macht sich über Krankheit wenig Gedanken. Vor allem unter 35. Und Stylekiddo hatte nie was. Mit Ernst. Der Mensch ist halt so gestrickt. Warum sollte es gerade mir passieren und hinterher ist man immer schlauer. Wir kennen das alle. Wenn es einen dann doch erwischt, dann guckt man erst mal ziemlich doof aus der Krankenhauswäsche. Echt stylekiddouncool findet man das. Dann ist es auf einmal nicht mehr wichtig, wie die Frisur sitzt, denn man kann sich kaum zum Klo bewegen. Und es zählt auch nicht, ob man eine It-Bag am Arm hat und den neuen Nagellack von Chanel trägt. Steht man an der Aufnahme im Krankenhause ist nur das wichtig: privat oder gesetztlich. Mmhhhh, denkt sich die Stylekiddo von Welt da. Letzte Woche noch beruflich im coolen Berliner Designhotel logiert, da ist ein Einzelzimmer im neurenovierten Krankenhaustrakt Pflicht. „Gesetzlich.“ Flüstert Stylekiddo der semifreundlichen Dame am Schalter ins Ohr und sieht sich im nächsten Moment für 5 Tage in ein Drei-Bett-Zimmer mit zwei älteren Damen einquartiert.

Merke 1: Spare auf eine private Krankenversicherung oder zumindest einen Zusatzschutz

Gisela ist 92 und Renate 78, beide Singles. Wir haben eine gemeinsame Basis. Wir schauen auch alle drei gerne Krimis. Sonntag ist Tatort Pflicht. Es wird spannend. Wenigstens Sonntags. Eine weitere Herausforderung für mich, ich erkläre den beiden Facebook. Die Erfahrung empfehle ich jedem, denn die beiden stellen sehr berechtigte, aber für uns naiv klingende Fragen, wie z.B.: „Warum machst Du das?“.

Frauen leben ja bekanntlich länger als Männer und so wundert es nicht, dass beide seit Jahrzehnten alleine sind.

Merke 2: Wenn Du im Alter als Frau nicht alleine sein willst, such Dir einen jüngeren Mann. Einen sehr viel jüngeren…

Vor rund vier Monaten hatte ich ganz plötzlich einen Bandscheiben-Vorfall. Monatelang war da schon ein Ziehen in den Beinen, als Hobby-Mediziner diagnostizierte ich mir selbst allerdings einen … Magnesiummangel.  Zwar war ich beruflich noch ziemlich viel unterwegs, aber irgendwie hab ich gemerkt, ich lauf nur auf 60%, irgendwas stimmt nicht. Dass ich mich aber einer richtigen OP unterziehen muss und erst mal für Monate ausgeknockt bin, das hätte ich nie, niemals geglaubt. Noch weniger war mir aber bewusst, wie verbreitet das Leiden ist. Jeder zweite konnte mir vom eigenen oder zumindest dem Vorfall eines Freundes berichten.

Merke 3: Krankheiten können ein interessantes Small-Talk Thema sein, vor allem, wenn man Talent dazu hat, sie auszuschmücken oder jemanden kennt, den es noch schlimmer erwischt hat

Nach sieben Wochen Totalausfall habe ich wieder angefangen zu arbeiten. Die Tage in einer Agentur sind zwar immer lang, aber nach einer Reha … verdammt lang. Mein stylischer Bürostuhl wurde ersetzt durch einen roten riesigen Pezzi-Ball. Kunden wurde dieser schon als dynamische Werbefläche angeboten. Es gibt noch freie Plätze. So hoppel ich jetzt durch die bunte Lifestyle-Welt und würde mir manchmal an meinem Pezzi-Ball zwei kleine Euter wünschen, da kann man sich besser dran festhalten, nach dem einen oder anderen Kundentelefonat.

Merke 4: Vor der Reha ist nach der Reha

Während ich in meinem „normalen“ Leben nur mit supercoolen, superstylischen U40 Kollegen zu tun hatte, durfte ich dank meiner OP Feldforschung betreiben und wieder etwas mehr Zeit mit Lieschen Müller und Max Mustermann verbringen. Und auch hier bestätigt sich ein bekanntes Klischee: Man weiß erst was man hat, wenn man es verloren hat. Nach dreimal am Tag lauwarmem Hagebutten-Tee sehnte ich mich so sehr nach unserem frischgebrühten Agentur-Espresso und vor allem … einer eisgekühlten, prickelnden Coke light. Erfreute ich mich in der ersten Reha-Woche noch am gesunden Abendbrot mit super convenient vorgeschnippelten Gurken- und Tomaten-Häppchen im Überfluss, sehnte sich mein Gaumen in der zweiten nach simplem Caprese Salat mit frischem Ciabatta und ein bisschen Abwechslung und sei es nur eine italienische Gewürzmischung von Lidl.
Was mich zu meiner fünften Erkenntnis bringt. Wir sind alle verwöhnt. Insbesondere in unserer Branche ist uns oft gar nicht klar, welch privilegiertes Leben wir eigentlich führen. Während Lieschen Müller zum Geburtstag und zu Weihnachten mal zum Essen ausgeht, schaffen wir das zweimal am Tag, der Soja-Chai und Lachs-Bagel von Elbgold am Morgen nicht mitgerechnet. Ja, es gibt Menschen, für die ist es ein Highlight einen „Caipi“ zu trinken. Wir trinken natürlich mit Stil und sicher keinen Caipi mehr. Von Pina Colada fange ich hier erst gar nicht an…

Merke 5: Stil ist auch immer der Stil der anderen

Merke 6: Öfters mal einen Perspektivenwechsel wagen und das schätzen, was das Leben einem bis jetzt geboten hat

Spitzen Überleitung: Meinen Mini habe ich wirklich geschätzt und geliebt. Auch wenn der in Winterhude oder Eppendorf abgesehen von der Parkplatzsituation unheimlich unpraktisch ist, da man bevor man seinen gefunden hat, den Schlüssel bei zehn identischen Modellen ausprobiert hat. Aber was soll´s ich hätte es auch bei 50 Modellen probiert, so groß war die Liebe. Aber alles hat mal ein Ende und jetzt ist er weg. Stylekiddo fährt wieder Fahrrad.

Merke 7: Der Mini ist das denkbar schlechteste Fahrzeug bei Rückenbeschwerden

Merke 8: Sport kann auch Stylekiddos Spaß machen und lässt sich z.B. durch Radfahren wunderbar in den Tagesablauf integrieren

Rad

So, das war Part 1 meiner Krankengeschichte, ich muss aufhören, gleich kommt Tatort. Aber es gibt natürlich noch sehr viel mehr zu erzählen. Stay tuned for Part 2, weitere Anekdoten aus der Reha, meinen Beauty-Tipps für de Zeit im Krankenhaus, Stylekiddos kleine Rückenschule und lustige Geschichten von Lieschen und Max, Renate und Gisela – demnächst hier bei stylekiddo.com.

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